Energiemeridiane des Pferdes und ihre emotionalen Beziehungen

von

Dr. Dr.
Peter Schneider

Tierarzt und Anthropologe
Maldonado, Uruguay; Email: peter@pferdemedizin.com
Homepage: http://www.pferdemedizin.com

Kontakt: per Email oder Telefon (04251 7524, zum deutschen Festnetztarif)

 das Buch zur Homepage: "Gedanken altern nicht"
(3. erw. Auflage 2010, ISBN: 978-3-8334-5446-2)

  elektronische Bücher (eBooks)

Lunge/
Dickdarm

Magen/Milz-
Pankreas

Herz/
Dünndarm

Blase/Niere

Pericard/3fach-
Erwärmer

Gallenblase/
Leber

Lenker-/Kon-
zeptionsgefäss

Gürtelgefäß

Im Jahrtausende alten Hauptwerk der tibetischen Medizin "Gyü-shi" ["Das Wissen vom Heilen"; Shi oder Qi bedeutet Energie, siehe auch die Seite zur "Lebensenergie"], dem Buch der vier Tantras der Medizin, heißt es zum Thema der Entstehung einer Krebserkrankung:

 

"Bevor eine Geschwulst sichtbar wird, geht der Krankheit eine energetische Schwächung des Körpers voraus. Das bedeutet: der Reizstoff greift Teile des "vitalisierenden Energiekörpers" - der den Menschen ein Leben lang umgibt - an und zerstört ihn. Dadurch können einzelne Organe vom Lebensstrom abgeschnürt werden."

 

Diese Erkenntnis gilt nicht nur für chronische Krankheiten der Menschen, sondern auch der Pferde.

 

Das Ziel der energetischen Pferdemedizin (EPM) ist daher die Regulation und Stärkung des Energieflusses und die Beseitigung von Energie- und Gefühlsblockaden.

 

Da die Lebensenergie innerhalb des Körpers auf bestimmten Bahnen (Energiemeridianen) zu den einzelnen Organen fließt, ist die Kenntnis dieser Meridiane und ihre Beziehung zu den unterschiedlichen Ursachen und Krankheiten besonders wichtig.

 

Weitere Eigenschaften der Lebensenergie sind in dem Buch "Gedanken altern nicht" beschrieben.

 

Eine Übersicht über die Meridiane des Pferdes findet sich <<  hier  >>.

 

Kürzlich gelang es erstmals, die Meridianstruktur auf der Körperoberfläche von Menschen mit Hilfe naturwissenschaftlicher Methoden nachzuweisen (K.-P. Schlebusch, W. Maric-Oehler u. F.-A. Popp). Nach Popp sind Meridiane Lichtleiter im lebenden Organismus.

 

Ist der Energiefluss blockiert, kommt es zunächst zur schmerzhaften "Ablagerung" eines Energiedepots im Bereich der Blockade. Schmerz ist daher immer ein Zeichen eines blockierten Energieflusses! Die Folge einer andauernden Meridianblockade ist u.a. eine chronische Entzündung (z.B. Arthritis oder Phlegmone), mit deren Hilfe der Organismus eine Ausleitung auf zellulärer Ebene versucht.

 

Wird die energetische Blockade langfristig nicht gelöst, erfolgt schließlich eine Degeneration des Gewebes mit einer vermehrten Bildung von Knorpel- und Knochensubstanz (z.B. Spat, Schale, Spondylose).

 

Da gerade im Bereich der Gliedmaßen Meridianblockaden heute sehr häufig sind, entfallen von der Gesamtheit aller möglichen Lahmheitsursachen beim Pferd über 70% auf degenerative Gelenkserkrankungen!

 

Ein gutes Beispiel für einen blockierten Energiefluss ist auch das "Headshaking" der Pferde.

Nach Ansicht der konventionellen Tiermedizin steht der Nervus Trigeminus im Mittelpunkt der Ursachen für dieses Phänomen (Schwarz, 2008).
Dieser Nerv ("Drillingsnerv") ist der stärkste aller Gehirnnerven; er teilt sich in drei Hauptäste:
- den
Augennerv (er versorgt Stirn, Tränendrüse, Augenbindehaut, Augenwinkel, Siebbein und Teile der Nase),
- den Oberkiefernerv (er versorgt besonders die Oberkieferregion, die Oberkieferzähne, den Gaumen und Teile der Gesichtshaut) und
- den Unterkiefernerv (er versorgt die Kaumuskulatur, die Zunge, den Mundboden sowie die Haut über dem Unterkiefer).

Die konventionelle Tiermedizin kann in 90% der Fälle von Headshaking keine Diagnose stellen.

 

Aus naturheilkundlicher Sicht wird das Gehirn energetisch hauptsächlich vom Blasenmeridian versorgt; die genannten Bereiche des Kopfes, die vom Nervus Trigeminus versorgt werden, werden zusätzlich vor allem dem Gallenblasen- und Magenmeridiansystem zugeordnet.
Der Gallenblasenmeridian ist maßgeblich an der Bildung von "Spannung" im Organismus beteiligt.

 

So kommt das Headshaking meist dadurch zustande, dass sich auf den genannten Meridianen (hauptsächlich Blasen- und Gallenblasenmeridian) sehr viel Energie anstaut, die das Pferd durch typische Kopfbewegungen loszuwerden versucht.

 

Es lassen sich 15 unterschiedliche Energiemeridiane unterscheiden: Lunge, Dickdarm, Magen, Milz-Pankreas, Herz, Dünndarm, Blase, Niere, Pericard (Herzbeutel), Dreifacher Erwärmer, Gallenblase, Leber, Lenker-, Konzeptions-, Gürtelgefäß (nach Ina Gösmeier: Akupressur für Pferde, Kosmos, 1999). Bis auf die letzten drei Meridiane sind alle Meridiane immer auf beiden Seiten des Pferdes angelegt. Aus der Akupunktur wissen wir außerdem, dass bis auf das Gürtelgefäß Meridiane einander paarweise zugeordnet sind; so gehören z.B. der Lungen- und der Dickdarmmeridian zusammen. 

 

Für das Pferd als Fluchttier sind diejenigen beiden Meridianpaare besonders wichtig, die den Kontakt des Tieres zu Gaia, der Mutter Erde herstellen; es sind dies der Magen-/Milz-Pankreas-Meridian (Erde) und der Blasen-Nieren-Meridian (Wasser).

 

In der kühlen Jahreszeit (Frühjahr und Herbst) spielt die Ernährung mit Fruktan-reichem Gras für die Gesundheit der Pferde eine große Rolle. Bei niedrigen Temperaturen steigt die Fruktankonzentration im Gras an.

Einfache Zucker werden in den oberen Darmabschnitten verdaut. Komplexe Zucker, wie die Fruktane, werden jedoch nicht verdaut, sondern gelangen in die unteren Darmabschnitte (z.B. den Blinddarm), wo sie durch Mikroorganismen fermentiert werden. Die dabei entstehenden Abbauprodukte können den Stoffwechsel des Pferdes stark belasten und zu Krankheiten führen (siehe auch http://www.ext.colostate.edu/pubs/livestk/01818.html).

 

Bezogen auf die Meridiane belasten die Fruktane hauptsächlich die Systeme Herz/Dünndarm und Lunge/Dickdarm. Diese Meridiansysteme laufen über beide Vorderbeine. Daher wird die Aufnahme von Fruktanen auch in Zusammenhang mit dem Auftreten von Hufrehe gebracht.

 

Für einen ganzheitlich tätigen Therapeuten steht es außerhalb jeden Zweifels, dass auch Tiere Gefühle haben. Die Bedeutung der jeweiligen Gefühlseinflüsse ist jedoch stark von der Lebensweise der jeweiligen Tierart abhängig; so leiden z.B. Herden- und Fluchttiere wie unsere Pferde besonders unter der Trennung von ihrer Herde oder unter der Beengung ihres Lebensraumes. Emotionale Belastungen des Dünndarm-, Leber- und Nierenmeridians werden daher besonders häufig beobachtet (Beispiel: Sommerekzem).

 

In der nachfolgenden Meridiandarstellung wird nach der Psychokinesiologie von Klinghardt auch gezeigt, welcher emotionale Konfliktinhalt über das autonome Nervensystem welchen Organbereich beeinträchtigen kann (nach Dietrich Klinghardt: Lehrbuch der Psychokinesiologie, 3. Auflage, Bauer, 1999). Außerdem können bei einer innigen Beziehung Pferde emotionale Belastungen von ihren Besitzern aufnehmen und dadurch selbst Meridianblockaden erleiden.

 

Drei Meridiane (Lenker-, Konzeptions- und Gürtelgefäß) haben keinen psycho-kinesiologischen Organbezug.

 

In den letzten Jahren ist das sog. "Bauchhirn" als emotionales Zentrum bei Menschen und Tieren auch naturwissenschaftlich immer besser erforscht worden (siehe auch die Bauchhirn-Seite). Dieses Organ wird bei einer ganzheitlich-energetischen Therapie von Pferdekrankheiten mit Hilfe einer speziellen Kommunikation gezielt angesprochen und reguliert. Die ganzheitlich-energetische Pferdemedizin eignet sich daher auch hervorragend zur Psychotherapie bei Pferden.

 

Das ganzheitliche Konzept zur Heilung von Krankheiten ist in dem Artikel über die Hierarchische Multi-Regulation auf dieser Homepage dargestellt. Mit Hilfe dieses Therapieverfahrens können die Krankheitsursachen auf den einzelnen Existenzebenen der Pferde an der Wurzel beseitigt werden. 

Lungen- und Dickdarmmeridian: 

 

Lunge

Dickdarm

chronischer Kummer,
Trauer, Sehnsucht, keine Lebenslust,
unfrei, enttäuscht, verzweifelt, isoliert,
unbewältigte Trennung

besitzergreifend, zwanghaft,
nicht loslassen können

 

Die Lunge ist ein wichtiges energielieferndes Organ; sie nimmt die Luftenergie auf, vereint sie mit der Nahrungsenergie, die von der Milz zugeführt wird. Störungen des Lungenmeridians können sich in Krankheiten des gesamten Atemtraktes äußern (z.B. Husten, Erkältungen), aber auch in einem schlechten Haarkleid oder verminderter Leistungsfähigkeit.

Der Dickdarm entzieht der Nahrung außer Wasser auch Chi  (Lebensenergie); gleichzeitig werden Futterreste, Stoffwechselschlacken, Giftstoffe und Mikroorganismen durch dieses Organ ausgeschieden.

Ist die Funktion des Dickdarms als Ausscheidungsorgan gestört, erfolgt eine Ausleitung oft auf dem Lungenmeridian oder über die Haut. Störungen des  Dickdarmmeridians können sich daher in Verdauungsstörungen, Energiemangel und chronischen Erkrankungen der Lunge und der Haut (z.B. Sommerekzem) äußern. Auch Lahmheiten der Vorhand und Erkrankungen im Oberkiefer- und Nasenbereich sind möglich.  

 

Blockaden des Dickdarm/Lunge-Systems besitzen heute für die Entstehung chronischer Krankheiten eine grundlegende Bedeutung, weil dieses System eine Beziehung zur mittlerweile weit verbreiteten, sog. "tuberkulinischen Konstitutionsschwäche" der Pferde hat.
Diese Schwäche ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, dass Stoffwechselschlacken, Toxine und Mikroorganismen nicht mehr über den Darm ausgeleitet werden können. Die Ursache liegt primär in einer Blockade der Atmung in den Zellen, wodurch sich das Milieu im Blut und in den Geweben verschiebt und sich pathogene Mikroorganismen im Körper ansiedeln können.

Als Folge einer chronischen Blockade dieses Meridiansystems kann der gesamte Organismus in die Degeneration bis hin zur Tumorphase abgleiten. Nach naturheilkundlicher Ansicht hat eine Tumorerkrankung ihre Ursache fast immer im Dickdarm!

Die Bezeichnung "tuberkulinische Konstitution" kommt dadurch zustande, dass sich unter den Milieubedingungen der Degeneration besonders Tuberkelbakterien gut vermehren und dann eine klinische Tuberkulose hervorrufen können. Zum Glück besitzen diese Bakterien bei uns heute kaum noch eine Bedeutung; dennoch bleibt natürlich diese Konstitutionsschwäche die Hauptursache chronischer Krankheiten. 

Magen- und Milz/Pankreasmeridian: 

 

Magen

Milz / Pankreas

nicht mögen, machtlos, 
gebrochener Wille, überlastet, überfordert, Groll, Hass, lustlos, Abneigung, etwas nie 
verarbeiten ("verdauen")

niederes Selbstwertgefühl, abhängig, sich abgelehnt fühlen, 
sich nicht abgrenzen können, 
sich nicht trennen können

 

Der Magen bildet gemeinsam mit der Milz den Ursprung des Chi, das nach der Geburt vom Körper selbst erzeugt wird. Im Magen wird das Futter aufbereitet.

 

Störungen des Magenmeridians haben in der heutigen Pferdemedizin generell eine sehr große Bedeutung erlangt.

 

Außer im Magen selbst können sie sich auch in Beschwerden z.B. des Auges (Bindehautentzündung), der Zähne und der Kiefergelenke, des Kehlkopfes (Druse, Koppen), des Luftsacks (Luftsackmykose), der Schilddrüse, der Milchdrüse (Mastitis) oder des Knies (Arthrose) äußern.

 

Leider wird der Magenmeridian häufig auch durch Injektionen von gewebereizenden Arzneimitteln in die Vorbrust, über die dieser Meridian läuft, sehr stark belastet.

 

Die energetische und emotionale Überforderung der Pferde ist heute eine der wichtigsten Ursachen für eine Störung des Magenmeridians. Ca. 90% der Galopper im aktiven Rennsport und ca. 60% der Turnierpferde haben ein Magengeschwür. 

 

Dies ist vermutlich auch ein wesentlicher Grund dafür, dass Äpfel nach meiner Beobachtung für viele Pferde heute unverträglich sind. Äpfel enthalten in Abhängigkeit von der Sorte größere Mengen an Acetylsalicylsäure, die den Magen zusätzlich reizen kann.

 

Ein Mangel an Magenenergie ist stets der Beginn von Verdauungsproblemen. Zur Regulation kann das "Energetische Coaching" beitragen, das auf dieser Homepage beschrieben ist.

Die Milz gewinnt das aus der vom Magen aufbereiteten Nahrung das Nahrungs-Chi und transportiert es zur Lunge. Auch die vom Magen gewonnenen Flüssigkeiten werden von der Milz umgewandelt und im Körper transportiert. Daher wird die Milz auch als die Mutter der Säfte bezeichnet; das der Milz zugeordnete Chakra (Milzchakra) ist der Eingang der Lebensenergie. Die Milz ist an der Blutbildung beteiligt. Über die Versorgung aller Muskeln mit Nahrungs-Chi ist die Milz direkt an der Leistungsfähigkeit des Pferdes beteiligt. 

 

Eine auffällig schlaffe Unterlippe des Pferdes oder ein auffälliges Spiel mit der Zunge offenbaren häufig eine Milzschwäche.

 

Eine Schwäche des Milz/Pankreasmeridians hat eine schlechte Futterverwertung und Verdauungsprobleme zur Folge. Auch Störungen im Bereich der Geschlechtsorgane, Muskel- und Bindegewebsschwäche, Schleimansammlungen in Lunge und Geweben, Lahmheiten der Hinterhand und Empfindlichkeit im Bereich der seitlichen Brustwand können ihre Ursache in einem gestörten Verlauf dieses Meridians haben. 

Herz- und Dünndarmmeridian: 

 

Herz

Dünndarm

plötzlicher Schock, 
gebrochenes Vertrauen, enttäuschte Liebe, Liebessehnsucht, Verletztheit 

sich verloren und einsam fühlen, verlassen, verstoßen, vernachlässigt, Mangel an Geborgenheit, Nähe, mütterliche Wärme, Kontakt, Unsicherheit, Liebesentzug

 

Das Herz gilt als das königliche Organ. Es kontrolliert die Blutgefäße und das Schwitzen und beherbergt die seelischen und gefühlsmäßigen Äußerungen eines Pferdes. Eine Störung in der Herzenergie kann sich in unvorhergesehenen Reaktionen äußern, Unruhe, spontanem Schwitzen, in einem gestörten Bewegungsablauf oder auch in einer Lahmheit der Vorderhand.

 

Im Dünndarm werden das von Magen und Milz verdaute Futter sowie die Flüssigkeiten in reine und unreine Anteile aufgespalten. Die reinen Anteile erhält der Körper zur Verwertung, die unreinen werden zur Ausscheidung weitertransportiert.
Eine gestörte Energie dieses Meridians führt zu Verdauungsproblemen (Durchfall), zu Entzündungen der Schleimhäute von Luftröhre und Auge, sowie zu Lahmheiten der Vorhand (Hufrollenentzündung, Hufrehe) und mangelnder Durchlässigkeit im Genick. Auch Hauterkrankungen wie das Sommerekzem haben oft ihren Ursprung in einem gestörten Verlauf des Dünndarmmeridians, weil die Aufspaltung von Futter und Flüssigkeiten in reine und unreine Bestandteile nicht gelingt. Folge dieser Ausleitungsstörung ist eine Ausleitung unreiner Bestandteile über die Haut.

Blasen- und Nierenmeridian: 

 

Blase

Niere

sich schämen, gelähmter Wille, 
unerfüllte Liebessehnsucht, Ungeduld, sich verletzt und beleidigt fühlen 

Angst, machtlos, demoralisiert. egoistisch, brutal, erschrocken, es "geht an die Nieren"

 

Das Blase/Nieren-System reicht von der Nasenwurzel bis zur Hufsohle der Hinterhand. Es gehört zu den wichtigsten vitalenergetischen Energiesystemen des Tieres überhaupt, weil es das Innere des Schädels energetisch versorgt und für die geregelte Funktion der Ausscheidungs- und Sexualorgane mit verantwortlich ist.

 

Der Blasenmeridian, der beidseitig parallel der Wirbelsäule verläuft, besitzt außerdem energetische Übergänge zu allen anderen Meridianen; daher kann eine andauernde Blockade dieses Energiesystems zur Beeinträchtigung der Funktion des gesamten Körpers führen.

 

Die Blase hat neben der Speicherung des Harns und seiner Ausscheidung auch die Aufgabe, Flüssigkeit für die Harnbereitung umzuwandeln, wodurch sie an der Nierenfunktion beteiligt ist.

 

Da dieser Meridian besonders stark beanspruchte Bereiche, wie Genick, Rücken und Hinterhand überquert, werden auch viele Blockaden in diesen Bereichen, wie z.B. "Kissing Spines", durch eine Störung im Energiefluss dieses Meridians hervorgerufen.

 

Der Blasenmeridian hat außerdem besondere Beziehungen zum Gehirn und seinen Ausstülpungen, wie den inneren Anteilen der Augen. Daher haben Störungen in diesem Bereich (z.B. Headshaking, periodische Augenentzündung in Verbindung mit Blockaden des Gallenblasenmeridians, degenerative Erkrankungen und Tumoren des Gehirns) oft eine Störung dieses Meridians als Ursache.

 

Auch das "Equine Metabolische Syndrom" (EMS), das auch als "Peripherer Morbus Cushing" bezeichnet wird und durch eine fehlerhafte Rückkopplung zwischen Hypophyse und Nebenniere gekennzeichnet ist, hat aus naturheilkundlicher Sicht seine Ursache primär in einer Blockade des Blasenmeridians. Das EMS lässt sich naturheilkundlich recht gut regulieren. Die Folge dieses Syndroms ist oftmals eine chronische Hufrehe.

 

Die Nieren speichern die Lebensenergie, die von den Elterntieren vererbt wird ("vorgeburtliches Chi"). Die Nieren steuern die Entwicklungsvorgänge und das Knochenwachstum des Fohlens und sein Heranreifen zu einem fortpflanzungsfähigen Tier.

Die Nieren nehmen das von den Lungen herabgeführte Chi entgegen und versorgen den Körper mit Wärme.

 

Das den Nieren übergeordnete Organ ist somit die Milz.

 

Ängstlichkeit ist ebenso Ausdruck von geschwächter Nierenenergie wie schütteres Wachstum von Mähnen- und Schweifhaaren. Störungen der Nierenenergie können sich auch in Entwicklungs- und Fortpflanzungsproblemen, Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten und chronischem Husten äußern. Energieblockaden im Bereich der Hinterhand können zu Lahmheiten und Bewegungsbehinderungen, aber auch zu Hautentzündungen (Mauke) führen.

 

Die Bedeutung eines gestauten Blase/Nieren-Systems wird auch bei der chronischen Borreliose besonders deutlich. Die Borrelien benötigen zu ihrer Vermehrung anfänglich immer eine chronische Stauung dieses Meridiansystems; wird dieser Stau nicht gelöst, kann sich die Erkrankung im späteren Verlauf  dann auf den gesamten Organismus ausdehnen. Nähere Einzelheiten finden sich auf der Borreliose-Seite dieser Homepage.

 

Ebenso ist bei der Entstehung der EOTRH (Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis) der Pferde eine Störung des Blase/Nieren-Systems maßgeblich beteiligt. Diese Erkrankung erinnert stark an Defekte der Zahnhartsubstanz infolge einer Syphilis. Wie bei der EOTRH sind hierbei Treponema-Bakterien wesentliche Ursache.

Pericard- und Dreifacherwärmermeridian: 

 

Pericard

Schilddrüse

Freudlosigkeit, 
eingeengt sein, stur und unnachgiebig, Hartherzigkeit 

Erniedrigung, 
von anderen ausgeschlossen, gehemmt und unentschlossen;
aufgeben, ohne Hoffnung

 

Das Pericard (Herzbeutel) ist der Beschützer des Herzens; daher hat das Pericard Anteil an allen Aufgaben des Herzens und unterstützt dessen Funktion. Störungen des Meridianverlaufes äußern sich ähnlich denjenigen des Herzmeridians. Ein langes Nachschwitzen nach dem Reiten können ebenso wie Lahmheiten der Vorhand auf Störungen des Pericardmeridians hindeuten.

 

Der Name Dreifacherwärmer rührt daher, dass die chinesische Medizin den Körper in drei Wärmebereiche einteilt: oberer, unterer und mittlerer Erwärmer. Das entsprechende Organ ist die Schilddrüse. Blockaden dieses Meridians können die Beweglichkeit von Hals und Genick ebenso beeinträchtigen (Schiefhaltung) wie die Funktion der Vorhand (Lahmheiten).

Gallenblasen- und Lebermeridian: 

 

Gallenblase

Leber

Ablehnung,
verbittert, zweitrangig, nachtragend, unfähig Entscheidungen zu treffen und für sich selbst einzustehen 

Wut, Ärger,
Unzufriedenheit, handlungsunfähig, mangelnde Anerkennung, sich übergangen fühlen, unnachgiebig, Verzweiflung

 

Das Leber-/Gallenblasenmeridiansystem ist maßgeblich an der Bildung von "Spannung" im Organismus beteiligt.

 

Obwohl den Pferden die Gallenblase fehlt, ist die Funktion des Meridians doch vorhanden und sehr wichtig.
Hierzu gehört vor allem die Versorgung der Sehnen mit Chi. Störungen im Bereich dieses Meridians werden besonders dann sichtbar, wenn es dem Pferd an Entschlusskraft fehlt oder wenn es schwierige Bewegungsabläufe nicht richtig koordinieren kann.

 

Wenn ein Pferd häufig stolpert, es im Parcour die Hindernisse nicht entschlossen angeht, nicht genügend Schubkraft entwickelt oder wenn es nicht genügend Last aufnehmen kann, können Störungen des Gallenblasenmeridians die Ursache sein, da in seinem Bereich das Genick und der Hüftbereich liegen. Sehr häufig wird dieser Meridian durch die Brandnarbe blockiert; sie sollte daher unbedingt routinemäßig energetisch entstört werden.

 

Die Leber ist Blutspeicher und Entgiftungsorgan; zu ihrem Einflussbereich gehört die harmonische Versorgung des Körpers mit Chi, sowie Bänder, Sehnen und auch das Hufhorn. Die Leber ist ein emotional sehr wichtiges Organ; daher besitzt der Lebermeridian Beziehungen zu Wut, Frust, Überempfindlichkeiten oder Widersetzlichkeit.

 

Der Lebermeridian verläuft um das äußere Genitale. Daher wird dieses Meridiansystem durch eine Kastration, bei der ja ein wichtiges Organ entfernt wird, unterbrochen. Außerdem entsteht durch eine solche "Entmannung" bei Wallachen in dem meisten Fällen zusätzlich ein starkes emotionales Störfeld, das einen freien Fluss von Meridianenergie im Bereich des gesamten Beckens verhindert und einen Rückstau von Energie auf dem Leber/Gallenblasen-Meridiansystem verursacht.

Folgen können dann z.B. Blockaden im Bereich des Genicks, des Kreuz-Darmbein-Gelenkes, des Hüftgelenkes oder des Knies sowie Verhaltensstörungen sein.

 

Viele Lahmheiten der Hinterhand von Wallachen haben aus naturheilkundlicher Sicht ihre eigentliche Ursache in der Kastration!

 

Auch eine "Überspannung" auf diesem Meridiansystem ist möglich, die sich u.a. im sog. "Headshaking" (siehe oben) äußern kann.

 

Zur Zeit wird das Lebersystem vielfach durch die Aufnahme von Jakobskreuzkraut über das Futter besonders stark belastet. Die Aufnahme dieser Giftpflanze, die auch als Jakobsgreiskraut bekannt ist, kann zu chronischen Lebervergiftungen führen. Die Giftwirkung ist kumulativ.

 

Die in der Pflanze enthaltenen Giftstoffe (Senecio-Alkaloide) werden auch nach Heu- und Silagebereitung nicht abgebaut (siehe hierzu auch den Beitrag "Schön, aber giftig" von Udo Pollmer im Deutschlandradio Kultur).

 

Die folgende Abbildung zeigt eine große Kreuzkrautpflanze in Uruguay.

 

Kreuzkraut in Uruguay

Lenker- und Konzeptionsgefäß:

 

Diese beiden Meridiane sind nicht beidseitig angelegt, sie regulieren die Yin- und Yang-Energien des Körpers.

Gürtelgefäß:

 

Das Gürtelgefäß umfasst den Pferdekörper vor den Hüfthöckern wie ein Gürtel.

 

Dieser Meridian kreuzt alle energetischen Leitbahnen, die den Pferdkörper von vorn nach hinten oder umgekehrt durchlaufen. Eine Blockade des Gürtelgefäßes kann die Durchlässigkeit des Pferdes insgesamt beeinträchtigen.

 

Sehr häufig werden solche Blockaden bei Wallachen durch die Kastrationsnarbe verursacht, die wie Brandnarben unbedingt routinemäßig energetisch entstört werden sollte.

 

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