
Pferd mit Vitiligo um das linke Auge
Kürzlich erhielt ich einen Anruf einer ehemaligen
Klientin, die wegen ihrer ausgeprägten Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) vor
etwa zwei Jahren bei mir in Behandlung war.
Als ich sie fragte, was denn ihre Krankheit mache,
erzählte sie mir, dass sie ihr Leben geändert habe und sich nun häufig in der
Sonne aufhalte. Die vielen weißen Flecken begännen nun allmählich zu verschwinden
und es wachse Haut mit normaler Farbe nach.
Was war hier passiert?
Aus konventioneller Sicht gilt eine
Vitiligo als
unheilbar; aus natuheilkundlicher Sicht gehört sie zu den "degenerativen
Krankheiten" (siehe Tabelle).
Diese wiederum zählen zum größten Teil zu den
Krankheiten, die eine sog. „tuberkulinische Konstitutionsschwäche“ als
Grundlage haben. Diese Schwäche ist häufig erblich und wird über die Generationen weiter
gegeben; sie kann aber auch in diesem Leben erworben werden.
Eine ausgeprägte erbliche tuberkulinische Belastung
finden wir außer bei Menschen bei Rindern, Pferden, Geflügel und anderen
Tierarten (z.B.
Krokodilen).
Bereits in den Urkulturen wurde erkannt, daß alle chronischen Erkrankungen
des Menschen eine Einheit darstellen.
Vor 200 Jahren hat Samuel Hahnemann (Hahnemann, 1810,
1828), der Begründer der
Homöopathie, vor
allem in der späteren Phase seines Lebens den Versuch unternommen, die
chronischen Erkrankungen bestimmten
Krankheitskräften („Miasmen“) zuzuordnen, wobei er die
Grundbelastungen der „Psora“ (griechisch „Jucken“), der Syphilis und der
Sykose („Feigwarzen-Krankheit“) zuschrieb.
Hahnemann hat in seinem 80.
Lebensjahr auf seiner Flucht vor seinen Widersachern nach Paris diese
Erkenntnis in der 6. Auflage seines „Organon der rationellen Heilkunst“ zu
retten versucht, indem er noch kurz vor seinem Tod 1843 eine Reihe von
Notizen in die 5. Auflage eintrug. Wegen des erbitterten Widerstandes
einiger Ärzte gegen die „Psora-Theorie“ kam die 6. Auflage erst 1921 heraus.
Auf diese Weise ist die fanatisch bekämpfte Sichtweise der „Psora“, jenes
„tausendköpfige Ungeheuer von Krankheit“, wie Hahnemann sie selbst nannte
und die ihm als senile Phantasie ausgelegt wurde, in Urfassung überliefert
worden.
Von den zahlreichen Nachfolgern Hahnemanns sei John H. Allen
genannt, der sich am intensivsten mit der Lehre der Miasmen beschäftigt hat
(Allen: Die chronischen Miasmen
,
2. Auflage, 2000).
Bereits zu damaliger Zeit beobachteten Hahnemann und
seine Schüler, daß eine Behandlung von Krankheitssymptomen durch
unterdrückende Maßnahmen die miasmatischen Krankheitskräfte wesentlich
erweitern und verstärken konnte. Weiterhin wurde erkannt, daß Psora und
Syphilis durch erbliche Übertragung vollkommen miteinander verschmelzen
können.
Die tuberkulinische Konstitution ist als gemischtes
Miasma das Ergebnis dieser Verbindung, und sie ist nach Allen die „stärkste
von allen Krankheitszuständen oder -bedingungen überhaupt“. Sie kann ererbt
oder erworben sein und wird auch als „Pseudo-Psora“ bezeichnet.
Da die
tuberkulinische Konstitution jedoch nicht einen klinischen Tuberkulosefall
bedeutet, wurden später auch andere Begriffe, wie „Paratuberkulose“,
„Tuberkulinie“ oder „tuberkulares Miasma“ eingeführt.
Der Begriff „Paratuberkulose“ wird heute jedoch
international anderweitig verwendet, da er eine Erkrankung durch
Mycobacterium paratuberculosis
(Johne’sche Krankheit bei Rindern) bezeichnet.
Auch in der heutigen Zeit haben die meisten chronischen
Krankheiten bei Menschen und Tieren eine tuberkulinische Konstitutionsschwäche als Ursache. Der
erworbene Teil der Schwäche lässt sich naturheilkundlich gut behandeln, der
erbliche Teil nur teilweise.
Bei Tieren wird eine Vitiligo zuweilen bei der
Schönheitszucht regelrecht mit angezüchtet; Beispiel ist das
Lipizzaner-Pferd. Durch diese Schimmel-Züchtung wurde leider auch eine
erhöhte Anfälligkeit für Vitiligo und andere tuberkulinische Krankheiten (v.a.
Melanome) hervorgerufen.
Die Trakehnerstute mit der Vitiligo auf dem obigen Bild
wurde 27 Jahre alt; im Alter entwickelte sie zunehmend tuberkulinische
Krankheiten der Lunge (chronische Bronchitis) und des Bewegungsapparates
(Arthrosen). Durch naturheilkundliche Maßnahmen konnte der Stoffwechsel
jedoch weitgehend stabilisiert werden.
Die folgende Tabelle zeigt die sechs Phasen der
Krankheitsentwicklung nach Reckeweg. Dr. Reckeweg war Arzt und der Begründer
der Fa. Heel in Baden-Baden.
Zwar ist diese Tabelle sehr schematisch (sie wurde
daher in den vergangenen Jahren auch modifiziert und erweitert); dennoch
gibt sie einen guten Überblick über die prinzipiellen Regeln bei der
Entstehung und Abfolge von Krankheiten. Hat eine Krankheit die "Säftephase"
verlassen (linke Seite der Tabelle) und ist in die "zelluläre Phase" abgeglitten
(rechte Seite), wird eine Behandlung
immer schwieriger.
Einen Überblick über die Entstehung von Krankheiten
gibt ein entsprechender
Beitrag auf dieser Homepage.
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Die Homotoxikosen (6-Phasen-Tabelle nach Reckeweg) |
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Gewebe |
Humorale Phasen-Krankheiten der
Disposition |
B i o l
o g i s c h e r S c h n
i t t |
Zelluläre Phasen-Krankheiten der
Konstitution |
| Exkretion |
Reaktion |
Deposition |
Imprägnation |
Degeneration |
Neoplasma |
| Ektoderm |
Speichel |
Dermatitis |
Warzen, Polypen |
Migräne, Leukoplakie |
chron. Dermatitis |
Basaliom |
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Schnupfen |
Rhinitis |
Atherom |
Multiple Skl., Epilepsie |
Lupus, Psoriasis, Vitiligo |
Adenom |
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Schweiß |
Furunkel |
Cataracta senilis |
Asthma, Heuschnupfen |
M. Cushing |
Melanom |
| |
Tränen |
Stomatitis, Soor |
beginnendes Asthma |
Rhinitis atrophicans |
MS, M. Parkinson |
Sarkom |
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Herpes zost., Neuralgie |
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Ulcus ventric./duod. |
M. Menière |
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| Entoderm |
Magen-Darm-Säfte |
Colitis-Syndrom |
Obstipation |
Asthma |
Tuberkulose |
Carcinom von |
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Galle |
Enteritis |
Megacolon |
Ulcus ventric./duod. |
Diabetes mellitus |
Pankreas, |
| |
Pankreassaft |
Parotitis |
Struma |
Infektanfälligkeit |
Leberzirrhose |
Gallenblase, |
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Hepatitis |
Silikose |
chron. Tonsillitis |
|
Magen-Darm |
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Cholangitis |
Cholelithiasis |
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Myelom |
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Sarkom |
| Mesenchym |
Antikörperbildung |
Ödem |
Adipositas |
Lymphatismus |
Tuberkulose |
Sarkom und Carcinom |
| |
vikariierende Blutungen |
Abszeß, Ulcus |
Gicht |
Elephantiasis |
Sklerodermie |
der Nieren |
| |
Menstruation |
Angina |
Lymphdrüsen- |
beg. Agranulozytose |
Fibrom |
S. u. C. seröse Häute |
| |
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Typhus |
schwellungen |
|
Otosklerose |
C. des Uterus |
| |
|
Appendizitis |
Lipome |
|
Paradontose (Endst.) |
Myosarkom |
| |
|
Polyarthritis |
Exostosen |
|
Leukämie, Lymphom |
|
| Mesoderm |
Milchsäurebildung |
Cystitis |
Myogelosen |
Hydronephrose |
Erschöpfung n. Selye |
Carcinom der Haut |
| |
Absonderung der |
Pyelitis |
Myalgien |
Vorstadien von |
Tuberkulose |
und der Genitalien |
| |
serösen Häute |
Nephritis |
Rheuma |
Tumoren |
Schrumpfniere |
|
| |
|
Prostatitis |
Zysten |
|
Muskeldystrophie |
|
| |
|
Salpingitis |
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|
Muskelrheumatismus |
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Exkretionsprinzip, Prognose günstig |
Kondensationsprinzip, Prognose
dubios |
Die meisten chronischen Krankheiten befinden sich heute
in der "zellulären Phase", d.h. sie haben den sog. "Biologischen Schnitt"
überschritten. Da ihre Prognose auch im Rahmen einer naturheilkundlichen
Therapie ungünstiger ist als links des Biologischen Schnittes, müssen
erweiterte Maßnahmen getroffen werden, um eine Heilung des Patienten oder
zumindest seine Stabilisierung zu ermöglichen.
Diese Maßnahmen betreffen naturgemäß besonders die
Regulation der Zellfunktion und hier besonders der Zellatmung.
Generell lässt sich sagen, dass bei einer chronischen
Krankheit die vom Körper aufgenommene Energie vor allem durch eine
blockierte Zellatmung nicht mehr ausreichend umgesetzt werden kann. Es kommt
zum Energiestau insbesondere im Blut (dies lässt sich gut bei der
dunkelfeldmikroskopischen
Untersuchung des frisch entnommen Blutes zeigen), und die Gewebe geraten
in einen energetischen Hungerzustand.
In der Folge wird die Energie im
Körper zunächst besonders an seinen genetisch bedingten Schwachstellen
deponiert; durch die Überlastung dieser Schwachstellen kann das betroffene
Gewebe zunächst in die Degeneration abgleiten und sich schließlich der
Regulation des Gesamtorganismus völlig entziehen. Das Ergebnis dieser
Verselbständigung kann dann ein Tumor sein (siehe hierzu auch das Buch von
Peter O. Schneider: "Leitfaden für eine naturheilkundliche Brustkrebstherapie
",
2. Auflage, 2008.
Nach
neuen Erkenntnissen liegt die Ursache einer Vitiligo maßgeblich in einer
verstärkten Ansammlung von Wasserstoffperoxid im Gewebe.
Diese Substanz entsteht im Energiestoffwechsel stets
in kleinen Mengen und wird zu Sauerstoff und Wasser abgebaut. Größere Mengen Wasserstoffperoxid greifen
jedoch das Enzym Tyrosinase an und
oxidieren dabei die Aminosäure Methionin, so dass das Enzym kein Melanin mehr
bilden kann. Melanin ist für die Färbung der Haut und der Haare verantwortlich.
Sonnenlicht regt die Melaninproduktion und den Stoffwechsel an.
Das Ziel einer naturheilkundlichen Therapie chronischer
Krankheiten liegt primär darin, seine Selbstheilung und die
Regeneration veränderter Organe zu ermöglichen. Als ein Grundprinzip der
naturheilkundlichen Regulationstherapie der tuberkulinischen Konstitution
gilt, dass sie nur solange gelingen kann, wie noch eine Regulationsfähigkeit
von Seiten der Patienten vorhanden ist. Weiterhin ist während der Therapie
unbedingt für eine Ausleitung der im Stoffwechsel freigesetzten
Schlackenstoffe und Toxine zu sorgen.
An erster Stelle einer solchen Therapie steht eine
Wiederherstellung des Energieflusses im Organismus. Hierzu gehört eine
Schaffung des seelischen und körperlichen Wohlbefindens ebenso wie eine
optimale Ernährung und eine medikamentöse Wiederherstellung der Funktion der
Zellen.
Die fünf Ebenen (geistig-spirituelle, mentale,
emotional-psychische und physisch-materielle) des menschlichen Seins sind
sehr eng miteinander verbunden, und sie müssen zur Überwindung der
tuberkulinischen Konstitution gleichzeitig behandelt werden (sog. "Hierarchische
Multiregulation").
Während einer naturheilkundlichen Therapie der
Tuberkulinie werden die
einzelnen Phasen der Krankheitsentstehung normalerweise noch einmal kurz
durchlebt, d.h., dass sich z.B. bei der Behandlung einer Tumorerkrankung
kurzzeitig eine Entzündung zeigen kann.
Diese Prinzipien gelten für Menschen und Tiere
gleichermaßen.
Eine grundsätzliche naturheilkundliche Therapie der tuberkulinischen
Konstitution gestaltet sich, wie folgt:
-
bei Menschen:
geistige, mentale und emotionale Hygiene; Pfarrer Kneipp sagte: „Erst
als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen,
hatte ich vollen Erfolg",
-
bei Menschen:
Optimierung der Ernährung bei gleichzeitiger Entlastung des Darmes:
einfache, unverfälschte, kräuterhaltige, mediterran orientierte,
vorwiegend vegetarische Kost ohne Kuhmilch, Hühnereier und
Schweinefleisch,
bei Tieren: Optimierung von Fütterung und Haltung,
-
ausreichend Bewegung in frischer Luft; da die tuberkulinische
Konstitutionsschwäche durch
maßvolles
Sonnenlicht
sehr günstig beeinflusst werden kann, sollte besonders der alternde Mensch in
sonnigen
Gefilden am Wasser wohnen,
-
Regulation des
Bauchhirns:
bei Menschen: vor allem durch richtige Atmung,
bei Tieren: durch
energetische Methoden,
homöopathische
Arzneimittel oder Bach-Blüten,
-
Regulation der
Energiemeridiane durch energetische Verfahren,
-
Stabilisierung der
Zellfunktion und
des Immunsystems durch geeignete homöopathische Arzneimittel.
Eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Gesundheit insbesondere bei
hochleistenden oder alternden Menschen und Tieren ist das sog. "Energetische
Coaching".